TSG I und II erste Tabellenführer

Ein nahezu optimaler Saisonauftakt für die Neuruppiner Schachspieler / Nur die Dritte verliert

POTSDAM / WITTSTOCK / FALKENSEE (mj) – Mit tollen Ergebnissen warteten die Neuruppiner Schachspieler am ersten Spieltag auf. Die erste und zweite Mannschaft deklassierten in der Fremde Empor Potsdam und SC Wittstock mit jeweils 6:2. Lediglich die dritte Mannschaft musste sich bei Caissa Falkensee II geschlagen geben.

„So einen Saisonstart haben wir noch nie erlebt“, freute sich Andreas Gropp vom Oberliga-Achter der Neuruppiner. Einen niemals gefährdeten Sieg erspielten sich die Fontanestädter im Brandenburg-Derby. Zunächst einigte sich Thomas Heuer auf eine Punkteteilung, ehe Adam Popovics am Spitzenbrett den ersten vollen TSG-Punkt einfuhr. Andreas Gropp konnte sich in der Folge in Zeitnot bereits mit ruhigem Gewissen auf Remis einigen, da es noch zahlreiche Vorteile an den Neuruppiner Brettern zu verzeichnen gab. Zum 3:1 erhöhte schließlich Ralf-Axel Simon mit Schwarz. Auch Lajos Györkos überspielte seinen Gegner und holte den vollen Punkt. Den fünften und sechsten Punkt holten Ralf Schöne und Ferenc Berebora. Schöne setzte sich in einer taktisch interessanten Partie durch, Berebora trieb seinen Mehrbauern zum ganzen Punkt. Lediglich Helge Biemann musste sich geschlagen geben, kämpfte aber lange trotz eines Bauern weniger. Durch den klaren Erfolg führen die Neuruppiner die Tabelle an. „So kann es gerne weiter gehen“, resümierte Gropp.

Als Absteiger aus der Landesklasse hat der Mannschaftsleiter Mathias Jäkel das Ziel vorgegeben, möglichst weit vorne mitzuspielen. Die erste Duftmarke, um dieses Ziel zu erreichen, setzten die Neuruppiner beim Schach-Club Wittstock, der mit 6:2 deutlich bezwungen. „Damit war Wittstock noch gut bedient“, so Mannschaftsleiter Jäkel. Zeitweise wäre sogar die Höchststrafe für die Dossestädter, ein 0:8 möglich gewesen, doch unpräzises Spiel ließ vier Gewinnpartien noch ins Remis abgleiten. Einen beruhigenden 2:0-Vorsprung stellten Nico Nobilis und Waldemar Halle her, die ihre Gegner einfach überspielten. In der Folge einigte sich Pierre Neumann auf eine Punkteteilung, nachdem seine gute Stellung plötzlich nichts mehr hergab. Das gleiche Schicksal ereilte Viktor Halle, der trotz Mehrfigur in ein Dauerschach geriet – ebenfalls unentschieden. Auch die 11-jährige Luise Wöhlke, die ihr erstes Punktspiel im Erwachsenenbereich absolvierte, gewann früh eine Leichtfigur. Im weiteren Verlauf verpasste sie zwar die Gewinnfortsetzung, „doch das Unentschieden ist völlig in Ordnung bei ihrem Debüt“, berichtete Mannschaftsleiter Jäkel und ergänzte: „Mit ihr werden wir noch viel Freude in den nächsten Jahren haben.“ Auch Mannschaftsleiter Jäkel schaffte es nicht, seine sehr vorteilhafte Stellung zum vollen Punkt zu verwerten, so dass auch hier die Punkteteilung die logische Folge war. Besser machten es schließlich wieder Donald Schuckar und Sabine Wendorf, die überzeugend zum 6:2 erhöhten. Die junge zweite TSG-Mannschaft führt in der Regionalliga Nord ebenfalls die Tabelle an.

Wie bereits in den vergangenen Jahren fungiert das dritte Team der Neuruppiner als Ausbildungsmannschaft. „Erste Wettkampferfahrung ist das Ziel“, so Mannschaftsleiter Karsten Neumann. Spieler wie Waldemar Halle oder auch Viktor Halle sind inzwischen Stützen des zweiten Teams, so dass gleich vier Neulinge in Falkensee bei der dortigen Zweiten mit von der Partie waren. Diese spielten zum Teil groß auf, wenngleich die Punkteausbeute gering war. Lena Kernchen und Lars Kernchen spielten überzeugende Eröffnungen und hatten bereits Gewinnstellungen erreicht, ehe im zweiten Teil der Partien leichte Fehler noch zu Niederlagen führten. „Das Potential ist da, die Partien waren absolut in Ordnung“, so Neumann. Max Minh Nguyen spielte zum Auftakt zu nervös und kam nicht in die Partie. Dagegen stand Virginia Atlanta Pietsch zunächst optisch gut, ohne dass ein Figurenplus zu verzeichnen war. In der Folge verzettelte sie sich und verlor erst eine Figur und dann die Partie. Interessant spielte Bastian Woidt, der eine Dame für mehrere Figuren gab, jedoch nicht die nötige Kompensation besaß. Wolfgang Rölligs Verteidigung wurde durch einen kapitalen Turmeinschlag zertrümmert, das zuvor angebotene Remis lehnte der Gegner ab. Den einzigen Neuruppiner Sieg holte Mannschaftsleiter Neumann selbst, der in der selten gespielten Orang-Utan-Variante zwei Freibauern durchsetzen konnte. Reinhard Schlegel kam zum halben Punkt am dritten Brett, nachdem nur noch zwei Könige zum Spielende auf dem Brett standen. Neumann: „Das 1,5:6,5 hört sich übel an, doch die Leistungen von Lena, Lars und Virginia lassen hoffen. Die erste Saison ist immer besonders hart.“

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